Ort Friedland

Ein liebenswerter Ort mit Geschichte

Unser Ort

Der Ortsteil Friedland hat 1318 Einwohner bei einer Gesamtgröße von 4,39 km².

Ursprung des Ortes ist die landesherrliche Burg Friedland (früher „Fredeland“ für „befriede das Land“), die 1285 erstmals urkundlich erwähnt und während des Dreißigjährigen Krieges zerstört wurde. Sie diente der Sicherung der Grenze zu Thüringen und Hessen und wurde später in die Göttinger Landwehr eingebunden.

Während des 13. Jahrhunderts wurde Graf Diedrich von Eberstein von den Braunschweiger Herzögen mit dem Amt Friedland belehnt, jedoch wurde die angebliche „Treulosigkeit“ Diedrichs gegenüber Albrecht I. 1252 vor der einstigen Asseburg mit dem Galgen bestraft.  Das freigewordene Amt wurde anschließend der Stadt Göttingen zugesprochen, in dessen Besitz es bis zur Reformation verblieb. Aus der fruchtbaren Gegend bezog der Rat vielfach seine Getreidevorräte. Friedland behielt stets seine kleinbäuerliche Struktur bei, obwohl Orte an einem Amtssitz üblicherweise zum Flecken erhoben wurden und das Marktrecht besaßen.

Friedland hat vermutlich beides nicht erhalten, da in vier Kilometern Entfernung das Klostergut Mariengarten lag, das ein großer Wirtschaftsbetrieb und Wallfahrtsort war.

1743 wurde die Ruine der Burg Friedland größtenteils abgetragen und das gewonnene Material zum Bau des ehemaligen Amtshauses (des späteren „Schlosses“, in dem sich heute ein Pflegeheim befindet), der Zehntscheune und der Amtsmühle im Ort verwendet.

Bekannt wurde der Ort vor allem durch das Lager Friedland als Grenzdurchgangslager, zuerst für heimatvertriebene Deutsche aus den ehemals deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland. Das Lager wurde von der britischen Besatzungsmacht auf dem Gelände der nach Friedland ausgelagerten landwirtschaftlichen Versuchsanstalt der Universität Göttingen errichtet und am 20. September 1945 in Betrieb genommen.

Die Lage Friedlands am Grenzpunkt der drei Besatzungszonen (Niedersachsen – britisch, Hessen – amerikanisch und Thüringen – sowjetisch) sowie an der wichtigen Bahnstrecke zwischen Hannover und Kassel (Bahnstrecke Bebra–Göttingen) prädestinierten den Standort für ein Flüchtlingslager. Der Bahnhof Friedland war 1945–1949 der letzte in der britischen Besatzungszone (Eichenberg/Hessen: amerikanisch, Arenshausen/Thüringen: sowjetisch) und damit Anlass für das Grenzdurchgangslager.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Hunderttausende Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft in Friedland empfangen. 1955 kamen die letzten Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion heim, umgangssprachlich die Heimkehr der Zehntausend genannt. 1957 wurde der Verein Friedlandhilfe gegründet, um eben jenen bei der Wiedereingliederung zu helfen. Zum Empfang der Heimkehrer wurde als Choral von Friedland das Kirchenlied Nun danket alle Gott gesungen. Im Februar 1958 kamen zwei Transporte von deutschen Spezialisten mit ihren Familien aus Sochumi an.

Später wurde das Lager als Übergangslager für Übersiedler aus der DDR genutzt, heute vor allem als Aufnahmelager für Spätaussiedler. Seit Oktober 2002 (nach anderen Angaben seit 2001) ist das Lager Friedland die einzige Erstaufnahmeeinrichtung für Spätaussiedler in Deutschland. Zuständig für das Grenzdurchgangslager Friedland ist das Bundesverwaltungsamt.

Oberhalb der Ortschaft befindet sich das 1967/68 errichtete monumentale Heimkehrerdenkmal mit seiner zentralen Inschrift „Völker, entsaget dem Hass – versöhnt Euch, dienet dem Frieden – baut Brücken zueinander“. Die künstlerische Gestaltung der Gedenkstätte stammt von Hans Wachter.

Der Bekanntheitsgrad des Namens „Friedland“ war entscheidend dafür, dass die zum 1. Januar 1973 aus 14 Dörfern neu gebildete Gemeinde den Namen „Friedland“ erhielt.

Es gibt zwei Kindergärten (in evangelischer und katholischer Trägerschaft) und eine Grundschule (im Einzugsbereich von neun Ortschaften). Besonders in der Begabtenförderung hat die Grundschule Friedland eine Vorbildfunktion. In der Friedländer Mathewerkstatt können sowohl Kinder mit Dyskalkulie als auch hochbegabte Kinder sehr anschaulich Mathematik begreifen.

Auch Kinder mit Lernschwierigkeiten werden optimal gefördert (jede Klasse hat weniger als 20 Schüler). Ab August 2008 wird die Grundschule Friedland als offene Ganztagsgrundschule geführt. (Schwerpunkte: Musik/Drama/Tanz, Sport, Technik/Naturwissenschaft/Mathematik, Ernährung und Bewegung, Kunst)


Quelle: www.wikipedia.org